Welt-Retter


Heute las ich einem Forum, in dem man zu allen möglichen Themen sich einen Rat einholen kann, von einem 14-jährigen eine Frage, die mich zu jener Überlegung geführt hat, welche sich in dem obigen Bild widerspiegelt. In dieser Frage steckte a) der Wunsch jenes jungen Menschen, sich aktiv in irgendwelchen Organisationen einbringen zu wollen, um tatkräftig die Welt und die Umwelt zu retten, und b) welche Organisationen empfehlenswert seien, denn er wolle gegen Hunger, Armut, Egoismus kämpfen.

So löblich die Absichten des jungen Mitbürgers auch sind, so altruistisch sein Weltbild auch sein mag und so sehr man sich freuen soll, dass junge Menschen sich überhaupt Gedanken darüber machen resp. aktiv werden wollen, drängt sich hier dennoch für mich die Frage auf: Inwieweit ist der Kampf gegen Hunger, gegen Verschmutzung, gegen Armut, gegen Gewalt, gegen Egoismus usw. usf. hilfreich gewesen, und ist der 'Kampf gegen etwas' die richtige Methode zur Errettung der Welt?

Besteht der Fehler in den Gedanken der Menschen nicht bereits darin, dass man gegen etwas kämpfen muss und kämpft, und nicht für etwas einstehen soll und einsteht? Weshalb sind die Leitthemen stets von 'brachialer' Ausdrucksweise. Könnte die Einstellung  'Einsatz für die Sättigung aller', anstatt 'Kampf gegen Hunger' nicht eher das Bewusstsein hin zum Positiven verändern, da die aufgewendete Energie nicht mehr auf 'Kampf', sondern auf 'Einsatz' gerichtet ist?

Doch kommen wir zurück zu jenem jungen Menschen und seinen Vorstellungen zur Errettung der Menschheit und der Welt....

Keine Organisation, keine Gruppe, kein Verein, keine Partei usw. wird je die Welt erretten können!

Dazu ist die Welt viel zu komplex und vielschichtig, sind die Menschen viel zu unterschiedlich in ihren Ansichten, Präferenzen, Wertigkeiten!

Die Ursache in all dem Leid und Pein dieser Welt ist nicht dem fehlenden Geld, fehlender Ressourcen, fehlerhafter Politik etc. pp. geschuldet....

...sondern rührt aus einer niederen Bewusstseinsebene her, welche vor allem an der fehlenden Fähigkeit, sich in andere Menschen hinein versetzen und hinein fühlen zu können,  festzumachen ist.

Wie kann man jenen 'verirrten' Menschen dies verständlich machen? Indem man sie missioniert? Indem man ihnen dieselbe negative Einstellung angedeihen lässt? Indem man sie bekämpft?

Wie jeder weiß, stößt man bei einem Kampf auf Widerstand, und der Widerstand sendet das wieder zurück, was er empfangen hat(te): (Gegen)Kampf.

Man kann die Welt nur auf jene Weise 'gestalten',  wie man sie gerne betrachten möchte: Möchte man eine gewaltlose Welt, dann ist die Anwendung von Gewalt zur Veränderung wohl nicht die richtige Antwort. Möchte man eine hungersfreie Welt, dann ist eine einseitige Ressourcenverwaltung wohl nicht die korrekte Handlungsweise. Möchte man eine umweltbewusste Welt, dann sollte man mit gutem Beispiel vorangehen und schon im Kleinen damit beginnen, indem man z.B. das Kaugummipapier in die Tasche steckt, anstatt dieses auf die Straße zu werfen. Das bedeutet, dass das Bewusstsein gegenüber seiner Umwelt und den Menschen auf ein anderes Niveau gesetzt werden muss, welches mit Achtsamkeit einhergeht.

Und hier schließt sich der Kreis dieses Themas (und ich komme [ endlich ;-) ] zum Ende): Die Welt zu erretten und die Menschen zu 'erziehen' funktioniert nur, indem man das vorlebt, wie man möchte, dass andere dies ebenso handhaben mögen. Möchte man, dass der Nachbar, die Kollegen, die  Freunde, die Familie, die Menschen generell sich achtsam verhalten, dann sollte man das vorleben und mit gutem Beispiel vorangehen. Auf diese Weise wird man andere inspirieren, einem nachzueifern. Diese werden dann wiederum andere auf sich aufmerksam machen - ein Dominoeffekt tritt ein...

Es ist schon in Ordnung, dass es Organisationen gibt, die z.B. für den Erhalt des Regenwaldes sich einsetzen, oder gegen den Missbrauch der Walfangindustrie 'kämpfen'. Dies möchte ich auch nicht in Abrede stellen!

Jedoch können alle Menschen ihren Beitrag zum friedlichen Miteinander und zur Schonung der Umwelt, um bei diesen Beispielen zu bleiben, leisten, indem sie achtsam und mit Respekt gegenüber allem und alles leben und vorleben...

...mehr braucht es nicht zur Weltrettung!

Ihr Dukania Mauria

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